Summer Knights / Ausstellungsprojekt

Summer Knights // Ausstellungs- und Buchprojekt

In Münster ist es meist finster, zumindest ist so, fragt man Frank Hoppmann, der vermehrt in den Abendstunden mit seiner Arbeit beginnt, dann, wenn die meisten Menschen ihr Tagewerk beiseite legen und sich den anderen, freizeitlicheren Aktivitäten widmen. Dann zieht Frank, dem es nicht düster genug sein kann und der sich ungern beobachten lässt, bei seinem Tun die Vorhänge seines Ateliers zu und schreitet zur Tat. Frank zeichnet. Er zeichnet sich dunkle Dinge von der Seele, vielleicht, denn beschaut man seine Zeichnungen, kommt man nicht umhin, in die dunkleren Abgründe oder Hintergründe zu sehen. Karikaturen sind sein häufiges Geschäft. Und in Deutschland tut man sich ja bekanntlich schwer mit der dunklen, schwarzen Seite des Humors. Wenn man sich nicht gar mit Humor schlechthin schwer tut. Und politische Satire MUSS auch immer so genannt werden, damit sie sein darf. Da hilft es scheinbar nicht, dass Frank schon einige Auszeichnungen für seine Zeichnungen bekam, denn weiterhin ringt er mit den Windmühlen der Verlagslandschaften, denen er seine Zeichnungen fleißig liefert, denn manchmal wird’s denen ein wenig zu bunt… bildlich gesprochen. Wenige Zeitungen sind da ganz frei und stellen sich quer, sind unabhängig und überparteilich, sind frei und ungehobelt, stehen zu der dunkeln Seite des illustrativen Humors.

Aber beginnen wir am Anfang. Den machte ein Brüder Trio, die Hoppmanns, die schon früh mit Bildergeschichten in Serie gingen, die dann von den zwar immer ähnlichen Ereignissen handelten: Schlangen, Inseln, Knochen, einem Boot, das zu dieser Insel fährt, anlegt, erwähntes irgendwie überwältigt und wieder ablegt. Aber doch bemerkenswert, dass diese Zeugnisse, kindlicher Gruselmanie, dem Frank Hoppmann, noch heute lieb und teuer sind.  Es geht vielleicht  immer um das Überwinden, darum zu erfahren, wie weit man gehen kann, wohin kann man eine Zeichnung treiben, wann ist sie übertrieben, wann wird sie eine Karikatur und wann ist sie fertig. Frank scheut sich nicht vor dem Begriff Illustration, denn dafür ist er zu sehr ein Auftrags-Zeichner. Aber wenn etwas zu illustrativ wird, dann wird es evtl. hinterher dafür bestraft. Dann wir eine Zeichnung auch schon mal beschnitten oder geknickt, bespritzt…

Man muss es schon sehr können, das Zeichnen, wenn man so übertreiben will, wie Frank Hoppmann bisweilen tut. Es entstehen Zeichnungen und die setzt er dann zusammen, bringt sie in Folge, verändert die Reihe und irgendwann funktioniert das dann.

Subversive, mit sehr spitzem Stift gezeichnete Portraits. Kleine Pointen und dahin gekritzelte Wahrheiten. Frech und mit ungeheuer viel Know-how. Erholsam böse, manchmal. Erleichternd. Kunst kommt in Franks Fall tatsächlich von Können und vom Hinsehen. So genau muss er sein Auge geschult haben, dass er dann mit so einer Leichtigkeit seine Linien und Flecken setzten kann. Vielleicht begann es in der Schule, wo Frank unmotiviert vor sich hindämmerte und ein, wie er selbst sagt extrem mittelmäßiger Schüler war. Dann vertrieb er sich die Zeit mit Zeichnen. Er zeichnete die Lehrer, die ihn nicht motivieren konnten und somit ihren Job nicht machten. Das Gefühl von „darüber erhaben sein“, dem System, dem man unfrei- und unwillig ausgesetzt war ein künstlerisches Schnippchen zu schlagen. Gedankt sei an dieser Stelle einem Kunstlehrer, der früh Franks großes Talent entdeckte und ihn motivierte, weiter zu machen. Etwas DARAUS zu machen. Den Geschichten von Schiffen und Schurken und Inseln weitere hinzu zu fügen. Schweine und Fliegen zum Beispiel und Menschen mit Fliegenklatschen, Säufer und unheimliche Häuser, Politiker, Musiker.

Und schon geht die Geschichte weiter.

Frank ist für ST.ART regelrecht in Serie gegangen und das ist auch gut so!

Florentine Joop, Juli 2013

 

 

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