27.05.2017 – Freie Presse, Plauen
Der Zeichner, Illustrator und Plauener Förderpreisträger Frank Hoppmann aus Münster stellt derzeit einige seiner Arbeiten für ein Kinderbuch im Erich-Ohser-Haus aus. Jetzt hat er interessante Einblicke in sein Schaffen gewährt.Von Peter Albrechterschienen am 27.05.2017Plauen. Vor zwölf Jahren hat Frank Hoppmann den e.o.plauen-Förderpreis bekommen. Förderung hat er nicht mehr nötig. Zu diesem Schluss kann man jedenfalls kommen, wenn man die Namen einiger seiner Auftraggeber hört und die Liste seiner Auszeichnungen liest. Sein Wikipedia-Eintrag ist mit einem Dutzend Auszeichnungen im In- und Ausland geschmückt. Der 42-Jährige gilt als ein gefragter Künstler, und zwar ebenfalls im In- und Ausland. Im Erich-Ohser-Haus sind noch bis zum 10. September einige seiner Arbeiten zum Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs – Die Reise zur Blumenparade“ zu sehen. Dort sprach er jetzt auch mit Detlef Narloch vom Vorstand der e.o.plauen-Gesellschaft über sein Schaffen. Die Zuhörer konnten dabei interessante Einzelheiten aus dem Leben des Karikaturisten erfahren.Die Bundesarbeitsministerin der SPD, Andrea Nahles, der Popsänger Robbie Williams, die Popsängerin Amy Winehouse, das in München vor Gericht stehende NSU-Mitglied Beate Zschäpe, US-Präsident Donald Trump und viele andere sind von Hoppmann bereits auf spöttische Art und Weise gezeichnet worden. „Robbie Williams und Amy Winehouse habe ich für das Rolling Stone Magazin gezeichnet“, berichtete der Gast. Es sei eine gute Zusammenarbeit über zehn Jahre hinweg mit der Zeitschrift gewesen. Andrea Nahles entstand für den Eulenspiegel.„Ich bin Nachtarbeiter“, gewährte der Künstler einen Einblick in seine Gewohnheiten. Sein Atelier befindet sich in einem Gebäudetrakt, in dem neben anderen Künstlerwerkstätten auch Clubs und eine Disco untergebracht sind. „Manchmal nerven die Clubs nachts“, berichtete Frank Hoppmann von gelegentlich störender Geräuschkulisse. Die Vorlagen für seine Karikaturen holt er sich unter anderem aus dem Internet. „Selbst wenn ich Andrea Nahles einladen würde, sie würde wohl nicht als Modell zu mir kommen“, erklärte der Zeichner, warum er beim Zeichnen oftmals auf Fotografien zurückgreift. Auch das Abbild von US-Präsident Donald Trump kam auf diese Weise zustande. Hoppmann verkaufte diese Arbeit an die Zeitung Los Angeles Times, die damit sogar einen Preis gewonnen habe.Wenn man einen Blick auf die Gesichter von Nahles, Trump oder Williams wirft, wird schnell klar, dass der Mann aus Münster die Berühmtheiten nicht originalgetreu nachzeichnet. „Die Physiognomie ist ja komplett anders“, sagte er im Gespräch mit Narloch. „Es geht darum, dass man es nachfühlt“, erklärte er seine Vorgehensweise für das Bild von Schauspieler Matthias Schweighöfer, das auf dem Eulenspiegel zu sehen gewesen ist.Frank Hoppmann arbeitet übrigens auch für die Welt am Sonntag und hat auch in der Berliner Illustrierten Zeitung veröffentlichen können. Da schließt sich der Kreis zum Erich-Ohser-Haus. Denn auch der Plauener, dessen Namen die Galerie trägt und dessen Kunst dort im Mittelpunkt steht, ist als e.o.plauen für dieses Blatt tätig gewesen.Frank Hoppmann (links) signierte bei seinem Besuch in Plauen das Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs – Die Reise zur Blumenparade“, das Zeichnungen von ihm enthält. Foto: Ellen Liebner