Autor: blumeblau

  • Von Merkel bis Trump – ganz schön hässlich

    09.08.2017 – Stern

    Von Merkel bis Trump – ganz schön hässlich – Karikaturist Frank Hoppmann hat sich für seine Ausstellung „Animalism“ Politiker vorgenommen – und lässt in seinen Bildern das Tierische im Menschen sichtbar werden.Die AusstellungPolitiker, Fliegen und Schweine, all das kann man in der Ausstellung von Frank Hoppmann bewundern, wobei die Porträtzeichnung die Paradedisziplin von Frank Hoppmann ist. In seinen Zeichnungen wird das Tierische im Menschen sichtbar, seine Schweine und Fliegen spiegeln den Menschen. Dies wirkt in vielen Fällen belustigend, doch oft auch verstörend.Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Dezember 17. im Caricatura Museum in Frankfurt.Der KünstlerFrank Hoppmann wurde 1975 im Emsland geboren und wuchs in ländlicher Umgebung auf. In frühester Kindheit begann er, Bilder mit vorwiegend morbiden und grotesken Themen zu zeichnen. Nach dem Abitur im Jahr 1994 studierte er Design mit den Schwerpunkten Zeichnen, Illustration und Druckgrafik an der Fachhochschule Münster. Während des Studiums arbeitete er u.a. als Gerichtszeichner, Illustrator und politischer Karikaturist. 

  • Frank Hoppmann im Caricatura – „Lustig und verstörend zugleich“

    04.08.2017 – Journal Frankfurt

    In seinen Porträts macht Karikaturist Frank Hoppmann das Tierische im Menschen sichtbar. Das Caricatura Museum zeigt in der Ausstellung „Animalism“ den satirischen Blick Hoppmanns auf Merkel, Trump und Co.Seine Werke fallen auf. Überdimensional große Köpfe, ausgeprägte Kinnpartien, Falten und andere Details. Dass einige Porträts geradezu tierische Züge bekommen, sei gar nicht beabsichtigt, erzählt Frank Hoppmann, dem das Caricatura Museum eine eigene Ausstellung widmet. Bis zum 3. Dezember sind seine Werke in Frankfurt zu sehen. „Lustig, aber auch verstörend“ seien die Werke, sagt Museumsleiter Achim Frenz. Besonders häufig zeichnet Hoppmann Porträts von Politikern. Frenz bezeichnet ihn gar als „einen der wichtigsten Porträtmaler Deutschlands, wenn nicht sogar Europas“. Eine Karikatur von US-Präsident Donald Trump (in der Bildergalerie unten) schaffte es im Dezember 2016 in die Los Angeles Times. Mit zusammengekniffenen Augen, fliegenden Haaren und fast schon flunderartigen Gesichtszügen schaute Trump von der Titelseite. „Ich hatte das Porträt auch zahlreichen deutschen Zeitungen angeboten, aber die wollten alle nicht“, erzählt Hoppmann. Das amerikanische Blatt griff schließlich zu. „Es war großartig, in brisanten Zeiten eine Veröffentlichung in Amerika zu haben“, sagt er. Dass die Kollegen in Übersee „Frank Hoffmann“ als Urheber des Bildes angaben, trübte seine Freude nur bedingt. Besagte Zeichnung des US-Präsidenten ist auch im Caricatura Museum ausgestellt, sie hängt im Erdgeschoss in einer Reihe mit Porträts von Erdogan, Putin und Kim Jong-Un. Doch Hoppmann bringt nicht nur Politiker auf die Leinwand. Auch Personen der Gesellschaft wie Helene Fischer, Andy Warhol, Udo Lindenberg und Otto sind im Caricatura so zu sehen, wie Hoppmann sie sieht. Das Charakteristische der Bilder entwickle sich erst während des Zeichnens, erzählt er. Bei Warhol sind es die wilden Haare, bei Didi Hallervorden das auffällige Lachen, die schließlich hervorstechen.Er habe einen Hang zum Satirischen, sagt der Künstler. Die ersten Reaktionen auf seine Zeichnungen bekam Hoppmann schon in der Schule, als er begann seine Lehrer zu karikieren. Seine Mitschüler waren begeistert. „Es war eine Möglichkeit, sich gegen ungerechte Lehrer zu wehren“, erzählt Hoppmann. Später studierte er Grafikdesign mit Schwerpunkt auf Illustrationen, arbeitete als Gerichtszeichner und veröffentlichte unter anderem im Satiremagazin Eulenspiegel, der taz und der Welt. Auch Werke seiner Abschlussarbeit, die Gesichter nach Alkoholkonsum zeigen, sind im Caricatura zu sehen.Viele seiner Werke sind collagenartig. Wenn der Platz nicht ausreicht, klebt Hoppmann kurzerhand ein weiteres Blatt Papier an und erweitert seine Leinwand so während er zeichnet. Hoppmann, der seine Ideen häufig beim entspannten Fernsehgucken bekommt, malt mit Aquarell und Tusche, Acryl und Kohle. Auch mit Bleistift und Fineliner gelingen ihm schlichte, aber präzise und eindrucksvolle Porträts, etwa von Elvis, Johnny Cash und Immanuel Kant.Neben 183 Originalzeichnungen zeigt das Caricatura auch Drucke, Skizzenbücher, Hefte, Zeitungen und digitale Präsentation im Museum am Weckmarkt. Abseits der Porträts bilden Darstellungen von Schweinen und Fliegen einen zweiten Schwerpunkt. Viele der Tierdarstellungen haben menschliche Züge. Die Schweine auf seinen Bildern tragen Pumps oder Anzug, halten eine Zigarre in der Hand. „Animalism“ in beiden Richtungen. >> Frank Hoppmann – Animalism, 3. August – 3. Dezember, Caricatura Museum, Weckmarkt 17, Di-So 11-18 Uhr, Mi 11-21 Uhr, 6 Euro (ermäßigt 3 Euro)4. August 2017Nicole Nadine Seliger   

  • Karikaturen-Ausstellung – Die Vertierlichung der Menschen

    02.08.2017 – FAZ

    Nicht nur Trump ist spitz gezeichnet: Das Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt zeigt Frank Hoppmanns Bilderkosmos voller Politiker, Schweine und Fliegen.02.08.2017, von CHRISTIAN RIETHMÜLLERPotus, einmal anders gesehenDer türkische Präsident Recep Erdogan würde vermutlich gerne alles und jeden an die Leine legen. Dann hätte er schließlich seine Ruhe, nicht nur vor unliebsamen Richtern und Journalisten, sondern auch vor Fliegen. So sieht es jedenfalls der Zeichner Frank Hoppmann, der auf einer im vergangenen Jahr entstandenen Tuschearbeit einen sitzenden und grinsenden Präsidenten zeigt, der einen Bindfaden in der Hand hält, an dessen Ende eine Fliege gefangen ist. Neben seinen Lieblingsmotiven, Politiker und Fliegen, zeigt Hoppmann hier auch seine Leidenschaft fürs Abgründige, die im besonderen Fall der gefesselten Fliege allerdings auf eine wahre Begebenheit zurückgeht, wie der Künstler gestern in Frankfurt verriet. Im Jahr 1975 im Emsland geboren und dort in ländlicher Umgebung aufgewachsen, hatte er auf dem Schulweg einen Bekannten beobachtet, der tatsächlich eine gefangene Fliege an einem Faden zappeln ließ.So recht aus dem Leben gegriffen ist dieses Detail, wie sich Hoppmann überhaupt von den kleinen Gemeinheiten des Alltags inspirieren lässt. Sein zeichnerisches Talent entwickelte er am Gymnasium in Lingen beim Karikieren gehässiger Lehrer und das Thema seiner Diplomarbeit nach dem Design-Studium an der Fachhochschule Münster kam ihm nach durchzechter Nacht und dem Blick in den Spiegel, was sich in dem herrlichen Titel „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ niederschlug. Und die Fliegen? Die Wahl dieses Sujets hat mit einem Stipendium zu tun. 2007 erhielt Hoppmann das Künstlerstipendium der Emsländer Landschaften, verbunden mit einem mehrmonatigen Aufenthalt auf einem Jagdschloss. Im dortigen Arbeitszimmer wimmelte es von Insekten, und der Zeichner hatte sofort lebendes Material für detaillierte Studien und totes Material für entsprechende Schlachtengemälde.Ähnelt Schäuble einer Fledermaus?Eine Auswahl dieser Arbeiten ist nun im Caricatura Museum für Komische Kunst in Frankfurt zu sehen. Unter dem Titel „Animalism“ führt sie in den Kosmos des Frank Hoppmann ein, der außer Politikern (sowie andere bekannte Menschen) und Fliegen eine dritte Motivgruppe vorstellt: Schweine. Auch hier ist die Herkunft des Künstlers ursächlich, gibt es doch im Emsland große Schweinemastbetriebe. Gleichwohl spielt Hoppmann mit dem Titel der Schau, die rund 250 Arbeiten zeigt, auf mehr als nur die Hauptdarsteller in seinem künstlerischen Kosmos an. Wer bei der Dreifaltigkeit Politiker, Schweine, Fliegen an George Orwells Satire „Die Farm der Tiere“ denkt, liegt so falsch nicht, wobei es Hoppmann bei all den Analogien und Übereinstimmungen um die Assoziation geht, nicht um das gezielte Herausarbeiten von Parallelen. So zeigt er vor allem in seinen Politikerporträts die Vertierlichung der Menschen, doch welches Tier der Betrachter in den Zeichnungen und Gemälden ausmacht, bleibt Ansichtssache.Ähnelt Wolfgang Schäuble einer Fledermaus oder doch eher dem Gollum aus den „Herr der Ringe“-Filmen? Gleicht Erdogan einem Pekinesen? Und Donald Trump einem Fisch? Einer Flunder oder einer Scholle vielleicht? Oder doch einer Figur aus einem Fantasy-Film? Wie auch immer, die „Los Angeles Times“ wählte jedenfalls Hoppmanns Trump-Porträt Ende Dezember vergangenen Jahres zur Illustration ihrer Meinungsseite aus, was dem Zeichner internationale Aufmerksamkeit bescherte, selbst wenn als Urheber „Frank Hoffmann“ unter dem Bild stand.Unverfrorener StrichDeutsche Medien hingegen hatten die Illustration nicht aufgegriffen, obwohl Hoppmann für viele Zeitungen und Magazine tätig ist. Er veröffentlicht etwa in der „Welt am Sonntag“, im „Manager Magazin“, im „Rolling Stone“ und seit nunmehr zwanzig Jahren im Satiremagazin „Eulenspiegel“, wo er regelmäßig für die Reihe „Unsere Besten“ tätig ist. Diese unterschiedlichen Auftraggeber spiegeln sich in den verschiedenen Prominentengruppen, die Hoppmann porträtiert.MehrNeben Politikern gilt sein unverfrorener Strich auch Musikern wie Herbert Grönemeyer, Xavier Naidoo, Tom Waits, Nick Cave, Elvis Presley und Johnny Cash, Schauspielern wie Jack Nicholson und Til Schweiger, Sportlern wie Fußballer Franck Ribery oder Bundestrainer Joachim Löw, Philosophen wie Hegel und Marx und natürlich den großen Meistern der Neuen Frankfurter Schule wie F.W. Bernstein und Robert Gernhardt, die bedeutsam für den langhaarigen Künstler waren, der nach Meinung von Thérèse Willer, Direktorin des Ungerer-Museums, „der legitime Nachfolger von Toni Ungerer“ ist. Ein Faible für Frösche teilen ja beide.

  • Groteske Politiker-Porträts – Caricatura-Museum zeigt Werke von Frank Hoppmann

    02.08.2017 – Neue Osnabrücker Zeitung

    Frankfurt. Wenig schmeichelhafte Porträts von Politikern und Zeichnungen von Fliegen und Schweinen des emsländischen Karikaturisten Frank Hoppmann präsentiert das Frankfurter Caricatura-Museum in einer neuen Ausstellung.Bedankt hat sich bisher niemand, beschwert aber auch nicht bei Frank Hoppmann, dem Urheber der Porträts. Dabei werden bei ihm selbst schlanke Menschen zu aufgeblasenen Typen mit rotviolett schillernder Haut, die den nahen Kollaps ankündigt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ein riesiges Schwabbelkinn. Ganz zu schweigen von nicht ganz so schmal gebauten Zeitgenossen wie Angela Merkel oder dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un.Gut kommen sie alle nicht weg bei Frank Hoppmann, dem Karikaturisten aus dem Emsland, der seit langer Zeit in Münster lebt. Der 42-Jährige charakterisiert die Promis aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport alles andere als schmeichelhaft, aber treffend. Einfach genial, der Ober-Choleriker Recep Tayyip Erdogan mit dickem Schmollmund, der jetzt im Frankfurter Caricatura-Museum neben 274 anderen Werken zu sehen ist. Hier trifft er auf Gegner wie Merkel oder den Satiriker Jan Böhmermann.Alle Porträtierten haben einen viel zu großen Kopf auf einem viel zu kleinen Körper. Auch dem nur aus den Augenwinkeln lugenden Donald Trump ergeht es nicht anders; die Hände sind schmal und feingliedrig wie die einer Madonna, als hätte der Politiker nie schwer gearbeitet. Dieses im Dezember in der „Los Angeles Times“ erschienene Porträt wurde mit einem wichtigen amerikanischen Preis gewürdigt.Darüber kann Wladimir Putin nur diabolisch grinsen, während SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im grünen Hawaiihemd vor sich hin feixt. Kurzum: Hoppmanns kühne Stricheleien sind mehr als nur persönliche Sticheleien. Gelernt hat er sein Metier beim Designstudium in Münster, verfeinert hat er sein Können als Gerichtszeichner für Zeitungen und Fernsehanstalten.Frank Hoppmann gilt unter Kennern als „legitimer Nachfolger von Tomi Ungerer“, des mittlerweile 85-jährigen französischen Illustrators und Autors. Auch F. W. Bernstein, der Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“, lobt Hoppmann als „besten Porträtzeichner europaweit“. Ohnehin verblüfft er mit einem ständigen Wechsel seiner Techniken. Mal zeichnet er mit Blei- und Buntstift, Kohle oder Tusche, mal koloriert er mit Wasserfarben oder Acryl. Als Material dienen Papier, Holz, Pappe oder aneinandergeklebte Zettel. Wenn es das Motiv erfordert, wird einfach angeklebt, denn Hoppmann will „kein DIN-A2-Maler sein“, sprich: Er will seine Freiheit bewahren.Zuweilen erlauben seine „Charakterköpfe“ auch Vergleiche mit der Tierwelt. Angela Merkel etwa könnte fast als Nachteule durchgehen. Und Erdogan, so Martin Sonntag im Katalog, erinnert an einen Pekinesen, Trump an eine Flunder. Eben verzerrt und überzeichnet, aber durchaus naheliegend.Tatsächlich hat Hoppmann ein Faible für Tiere, wie der Ausstellungstitel „Animalism“ verrät. Folglich geht es um „die Vermenschlichung der Tiere und die Vertierung der Menschen“, so Museumschef Achim Frenz. Vor allem die intelligenten Schweine haben es dem Künstler angetan. Hoppmann zeichnet sie mit Anzug, Krawatte und Zigarre, aber auch in Tiergestalt mit roten Pumps oder gar als „Geile Sau“.„Wo Schweine sind, sind auch Fliegen“, bemerkt Hoppmann in seiner trockenen Art. Doch das Zeichnen von Fliegen ist „fast eine Therapie nach der Arbeit an einem Porträt“. Dann studiert er, ähnlich akribisch, Fliegen unter der Lupe oder zwischen den Fingern. Ein weiteres Blatt zeigt nur zwei Fliegenpatschen an der Wand, versehen mit dem Titel „An den Nagel, the war is over“. Die Schlacht ist geschlagen, bis zum nächsten Tag.  02.08.2017 – Frankfurter Neue PresseZeichnungen von Frank Hoppmann im Frankfurter Caricatura-MuseumSo tierisch sind die PromisVON CHRISTIAN HUTHERDer Münsteraner Karikaturist Frank Hoppmann ist viel zu wenig bekannt. Dabei ist er der beste Porträtist in Europa, der sich auch der Tierwelt widmet.. . . während Donald Trump wie ein Äffchen oder eine Flunder wirkt. Der Fantasie des Betrachters sind keine Grenzen gesetzt. So auch bei . . .Bedankt hat sich bisher niemand, beschwert aber auch nicht bei Frank Hoppmann, dem Urheber dieser Porträts. Dabei werden bei ihm selbst schlanke Menschen zu aufgeplusterten Kopftypen mit rotviolett schillernder Haut, die den nahen Herzinfarkt ankündigt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat solch ein gigantisches Schwabbelkinn, das offensichtlich nur aus Fleischwurst besteht. Ganz zu schweigen von nicht ganz so schmal gebauten Zeitgenossen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un.SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz feixt im grünen Hawaiihemd vor sich hin und erinnert an eine Kröte. Abbildungen: Frank HoppmannGut kommen sie alle nicht weg bei Frank Hoppmann, dem Karikaturisten aus dem Emsland, der im westfälischen Münster lebt. Der 42-Jährige charakterisiert die Promis aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport alles andere als schmeichelhaft, aber treffend. Einfach genial, der Ober-Choleriker Erdogan mit dickem Schmollmund, der jetzt im Frankfurter Caricatura-Museum neben 274 anderen Werken vom morgigen Donnerstag an bis 3. Dezember zu sehen ist. Hier trifft er auf Gegner wie Merkel oder den Satiriker Jan Böhmermann, dem eine dicke Nase gewachsen ist. . . . Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Hoppmann einen wenig schmeichelhaften Schweinenacken zum Eulen-Gesicht verpasst.Alle Porträtierten haben einen viel zu großen Kopf auf einem viel zu kleinen Körper. Auch dem nur aus den Augenwinkeln lugenden Donald Trump ergeht es nicht anders; die Hände sind schmal und feingliedrig wie die einer Madonna, als hätte der Politiker nie schwer gearbeitet. Dieses im Dezember in der „Los Angeles Times“ erschienene Porträt wurde kürzlich mit einem angesehenen amerikanischen Preis gewürdigt.Kühne StricheleienDarüber kann Wladimir Putin nur diabolisch grinsen, während SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im grünen Hawaiihemd vor sich hin feixt. Kurzum: Der Hoppmann traut sich was mit seinen kühnen Stricheleien, die durchaus als persönliche Sticheleien zu verstehen sind. Gelernt hat er sein Metier beim Designstudium in Münster, verfeinert hat er sein Können als Gerichtszeichner für Zeitungen und Fernsehanstalten. Seine Diplomarbeit trug den Titel „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ – einige der 250 Zugedröhnten sind jetzt zu sehen. Frank Hoppmann gilt unter Kennern als „legitimer Nachfolger von Tomi Ungerer“, des mittlerweile 85-jährigen französischen Illustrators und Autors. Auch F. W. Bernstein, einer der Großmeister der komischen Kunst und Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“, ist von Hoppmanns pointiertem Strich überzeugt und lobt ihn als „besten Porträtzeichner europaweit“. Der wiederum bedankt sich mit wunderbaren Tusche-Porträts von Bernstein und dem Frankfurt-Trupp um Gernhardt, Traxler, Poth und Waechter. Karikaturist Frank Hoppmann verleiht den Politikern gerne ein tierisches Antlitz: Der türkische Präsident Erdogan schmollt mit Hundegesicht . . .Ohnehin verblüfft Hoppmann mit einem ständigen Wechsel seiner Techniken. Mal zeichnet er mit Blei- und Buntstift, Kohle oder Tusche, mal koloriert er mit Wasserfarben oder Acryl, scheinbar nach Lust und Laune. Sogar beim Material kennt er keine Hemmungen; neben Papier verwendet er auch Holz, Pappe oder aneinandergeklebte Zettel. Wenn es das Motiv erfordert, wird einfach angeklebt, denn Hoppmann will „kein DIN-A2-Maler sein“, sprich: Er will seine Freiheiten bewahren.So wirkt alles etwas provisorisch, fast beiläufig entstanden. Dennoch wurden die Porträts des feinfühligen Beobachters schon mit Gebirgslandschaften verglichen, angefangen bei der runzligen Denkerstirn bis hin zum feisten Doppelkinn. Zuweilen erlauben seine „Charakterköpfe“ auch Vergleiche mit der Tierwelt.Angela Merkel etwa könnte fast als Nachteule durchgehen. Und Erdogan, so Martin Sonntag im Katalog, erinnert an einen Pekinesen, Trump an eine Flunder. Eben verzerrt und überzeichnet, aber durchaus naheliegend. Tatsächlich hat Hoppmann eine gewisse Schwäche für Tiere, wie der Ausstellungstitel „Animalism“ verrät. Folglich geht es ihm um „die Vermenschlichung der Tiere und die Vertierung der Menschen“, so Museumschef Achim Frenz. Vor allem die (bekanntlich intelligenten) Schweine haben es dem Künstler angetan. Die zeichnet er gern mit Anzug, Krawatte und Zigarre; er lässt sie freilich auch hüllenlos mit schicken roten Pumps oder gar als „Geile Sau“ auftreten.Wie eine Therapie„Wo Schweine sind, da sind aber auch Fliegen“, bemerkt Hoppmann in seiner typisch trockenen Art. Doch das Zeichnen von Fliegen ist „fast so etwas wie eine Therapie nach der intensiven Arbeit an einem Porträt“. Dann studiert er, ähnlich akribisch, Fliegen unter der Lupe oder zwischen den Fingern. Ein weiteres Blatt zeigt nur zwei Fliegenpatschen an der Wand, versehen mit dem Titel „An den Nagel, the war is over“. Die Schlacht mit den Fliegen ist entschieden, bis zum nächsten Tag. 

  • Frank Hoppmann ausgezeichnet – Deutscher Karikaturenpreis für Erdogan-Karikatur

    Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 18.07.2017

    Der Zeichner Frank Hoppmann hat den Deutschen Karikaturenpreis gewonnen. Das preisgekrönte Porträt zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in einer beleidigten Pose. Im Interview verriet Hoppmann unter anderem, was er vom deutschen Humor hält.Für die prämierte Karikatur erhielt Frank Hoppmann am Sonntag in Dresden den „Geflügelten Bleistift in Gold“. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.Im Deutschlandfunk Kultur drückte Hoppmann seine Freude über die Auszeichnung für sein satirisches Werk aus. Die Karikatur sei „mit die einzige Kunstform, wo gelacht werden darf – selbst in Museen“, sagte der Münsteraner im Gespräch mit Britta Bürger in der Sendung „Fazit“.Karikaturisten-Karriere begann als SchülerFrank Hoppmann, der Gewinner des Deutschen Karikaturenpreises 2017, mit dem „Geflügelten Bleistift in Gold“. (dpa-Zentralbild)Das preisgekrönte Erdogan-Porträt zeigt den türkischen Präsidenten mit einem roten Eimer auf dem Kopf, der wie eine orientalische Kopfbedeckung aussieht. Auch andere Darstellungen bekannter Politiker wirken wenig schmeichelhaft für die Porträtierten. Viele erinnern an Tiere. Angela Merkel ähnelt einem Schwein, Donald Trump einem Uhu, Wolfgang Schäuble trägt Züge einer Fledermaus. Hoppmann stellte aber klar, er lege es nicht darauf an, die Politiker als Tiere darzustellen:„Ich sehe mir die Person an und muss manchmal natürlich auch schon dabei schmunzeln, aber das geht jedem so. Das ist so eine persönliche Wahrnehmungssache. Dass da im Endeffekt Leute da Tiere drin sehen, das passiert dann einfach.“ Hoppmann betonte, es sei nicht die Wut, die ihn zur Arbeit treibt. Zu seinem Beruf als Karikaturist sei er in der Schule gekommen. Der Unterricht habe ihn gelangweilt, außerdem habe er sich ungerecht behandelt gefühlt.Deutscher Humor abseits von Mario Barth„Ich habe immer schon gern gezeichnet. Und dann fing das an, dass ich einen Lehrer gezeichnet habe und die Reaktionen der Mitschüler waren stark. Ich habe gesehen, das hat irgendwie Potenzial.“ Hoppmann, der unter anderem für die „Welt am Sonntag“ und den „Rolling Stone“ zeichnet, wird oft mit den Zeichnern der Neuen Frankfurter Schule in Verbindung gebracht, zum Beispiel F. K. Waechter und Robert Gernhardt. Er empfindet das als Lob, die genannten Karikaturisten seien exemplarisch dafür, dass auch Deutsche Humor hätten:„Es wird ja oft gerätselt, ob wir Deutschen Humor haben und natürlich haben wir Humor. Und es gibt noch sehr viele andere Sachen als Loriot und heutzutage außer Mario Barth.“MEHR ZUM THEMABildergalerie: Deutscher Karikaturenpreis 2017 – Der Despot in uns(Deutschlandfunk, Corso, 12.11.2017) (Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 18.07.2017) 

  • Preisgekrönter Karikaturist plaudert aus dem Nähkästchen

    27.05.2017 – Freie Presse, Plauen

    Der Zeichner, Illustrator und Plauener Förderpreisträger Frank Hoppmann aus Münster stellt derzeit einige seiner Arbeiten für ein Kinderbuch im Erich-Ohser-Haus aus. Jetzt hat er interessante Einblicke in sein Schaffen gewährt.Von Peter Albrechterschienen am 27.05.2017Plauen. Vor zwölf Jahren hat Frank Hoppmann den e.o.plauen-Förderpreis bekommen. Förderung hat er nicht mehr nötig. Zu diesem Schluss kann man jedenfalls kommen, wenn man die Namen einiger seiner Auftraggeber hört und die Liste seiner Auszeichnungen liest. Sein Wikipedia-Eintrag ist mit einem Dutzend Auszeichnungen im In- und Ausland geschmückt. Der 42-Jährige gilt als ein gefragter Künstler, und zwar ebenfalls im In- und Ausland. Im Erich-Ohser-Haus sind noch bis zum 10. September einige seiner Arbeiten zum Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs – Die Reise zur Blumenparade“ zu sehen. Dort sprach er jetzt auch mit Detlef Narloch vom Vorstand der e.o.plauen-Gesellschaft über sein Schaffen. Die Zuhörer konnten dabei interessante Einzelheiten aus dem Leben des Karikaturisten erfahren.Die Bundesarbeitsministerin der SPD, Andrea Nahles, der Popsänger Robbie Williams, die Popsängerin Amy Winehouse, das in München vor Gericht stehende NSU-Mitglied Beate Zschäpe, US-Präsident Donald Trump und viele andere sind von Hoppmann bereits auf spöttische Art und Weise gezeichnet worden. „Robbie Williams und Amy Winehouse habe ich für das Rolling Stone Magazin gezeichnet“, berichtete der Gast. Es sei eine gute Zusammenarbeit über zehn Jahre hinweg mit der Zeitschrift gewesen. Andrea Nahles entstand für den Eulenspiegel.„Ich bin Nachtarbeiter“, gewährte der Künstler einen Einblick in seine Gewohnheiten. Sein Atelier befindet sich in einem Gebäudetrakt, in dem neben anderen Künstlerwerkstätten auch Clubs und eine Disco untergebracht sind. „Manchmal nerven die Clubs nachts“, berichtete Frank Hoppmann von gelegentlich störender Geräuschkulisse. Die Vorlagen für seine Karikaturen holt er sich unter anderem aus dem Internet. „Selbst wenn ich Andrea Nahles einladen würde, sie würde wohl nicht als Modell zu mir kommen“, erklärte der Zeichner, warum er beim Zeichnen oftmals auf Fotografien zurückgreift. Auch das Abbild von US-Präsident Donald Trump kam auf diese Weise zustande. Hoppmann verkaufte diese Arbeit an die Zeitung Los Angeles Times, die damit sogar einen Preis gewonnen habe.Wenn man einen Blick auf die Gesichter von Nahles, Trump oder Williams wirft, wird schnell klar, dass der Mann aus Münster die Berühmtheiten nicht originalgetreu nachzeichnet. „Die Physiognomie ist ja komplett anders“, sagte er im Gespräch mit Narloch. „Es geht darum, dass man es nachfühlt“, erklärte er seine Vorgehensweise für das Bild von Schauspieler Matthias Schweighöfer, das auf dem Eulenspiegel zu sehen gewesen ist.Frank Hoppmann arbeitet übrigens auch für die Welt am Sonntag und hat auch in der Berliner Illustrierten Zeitung veröffentlichen können. Da schließt sich der Kreis zum Erich-Ohser-Haus. Denn auch der Plauener, dessen Namen die Galerie trägt und dessen Kunst dort im Mittelpunkt steht, ist als e.o.plauen für dieses Blatt tätig gewesen.Frank Hoppmann (links) signierte bei seinem Besuch in Plauen das Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs – Die Reise zur Blumenparade“, das Zeichnungen von ihm enthält. Foto: Ellen Liebner

  • Frank Hoppmann zeigt im Theater „Phantastischen Satirismus“

    Mo., 30.01.2017 – Westfälische Nachrichten

    Scharfer Blick – gerümpfte Nase

    Ausstellung und Katalog geben einen guten Überblick, mit welcher Schärfe und Präzision Frank Hoppmann unter anderem die politische Prominenz satirisch aufs Papier bringt – Donald Trump und Angela Merkel zum Beispiel. Foto: Gerhard H. KockMünster – Böswillig ist es noch nicht. Aber kurz davor.Von Gerhard H. KockBöswillig ist es noch nicht. Aber kurz davor. Frank Hoppmann packt zu, wenn er sich Prominenz für seine Por­träts vorknöpft, spitzt seine Karikaturen aufs Äußerste zu, lotet ästhetische Grenzen aus, wie es Künstler zu tun pflegen. Hoppmanns Stil ist in Aufwand und Qualität derart einzigartig, dass der Begriff Karikatur im Grunde zu kurz greift. Hoppmanns Werk ist „Phantastischer Satirismus “.Ob das kreischend schrille Lachen der Claudia Benedikta Roth oder die verblüffend variantenreiche Mimik der Angela Dorothea Merkel – in der Ausstellung „Physica Curiosa“ blickt Hoppmann analytisch tief in die Psyche und fördert mit Wucht und Verve Charakter-Momente der Person zu Tage.Sein Donald Trump hat es sogar auf die „Los Angeles Times“ geschafft: ein schnippisch feister Gockel, die personifizierte arrogante Selbstüberschätzung, ein Narziss wie er im Buche steht. Hoppmanns Porträt des neuen US-Präsidenten legt sich nicht karikaturesk auf eine Facette fest, die überzeichnet wird. Hoppmann legt ein Panoptikum an Seltsamkeiten dieses Mannes frei.Neben Menschenporträts (Dylan, Kafka, Kinski oder Poe) sind Schweine und besonders markante Insekten zu sehen – vor allem Fliegen. In seinen freien, gelegentlich düster morbiden Arbeiten spielt das Fantastische stets ins Furchterheischende, da wirkt ein eingearbeitetes Zähne-Foto wie „Saurons Mund“ aus dem „ Herr der Ringe “.Hoppmann (1975 in Lingen/Ems geboren) arbeitet als Hauszeichner für „Die Welt“, „Welt am Sonntag“, ist ständiger Mitarbeiter des Rolling-Stone-Magazins, des Manager-Magazins und des Satiremagazins „Eulenspiegel“. 2009 erhält der Münsteraner den Deutschen Cartoonpreis, 2012 wird er mit einem Band in der Reihe „Meister der komischen Kunst“ geehrt. F.W. Bernstein nennt ihn den „besten Porträtkarikaturisten“ europaweit.

Frank Hoppmann
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