VIRTUE OF FOOLS Hommage an Francis Bacon

“I am an optimist – but about nothing.” so Francis Bacon in einem Gespräch mit dem englischen Journalisten Melvyn Bragg. Das klingt für die Einen nach Gleichgültigkeit, für die Anderen nach absoluter Freiheit.  Es ging um Chancen! Chancen haben seine Karriere begleitet und sein Leben bestimmt. Vom armen unausgebildeten Maler, der in den späten dreißiger Jahren aus Mangel an Geld auch die Rückseiten seiner Leinwände bemalte – und dies zu seinem Markenzeichen machte – bis hin zur Top 10 der teuersten lebenden Maler der Welt. Chancen waren für den spielsüchtigen Bacon die Essenz des Lebens, die Essenz, die große Dinge hervorbringen konnte. 

Francis Bacon – ohne Zweifel einer der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts. So wichtig, dass sich ein Team von Restauratoren, Archäologen und Kuratoren damit beschäftigte ,nach seinem Tod mehr als 7.000 Einzelstücke des ehemaligen Studios in Reece Mews Nr. 7, South Kensington, London abzubauen, zu katalogisieren und originalgetreu in der Dublin City Gallery The Hugh Lane  wieder aufzubauen. So wichtig, dass 2013 sein Gemälde “Three studies of Lucien Freud” für 142 Millionen Dollar an die Königsfamilie von Quatar verkauft wurde und somit zum teuersten jemals öffentlich verkauftem Bild in der Kunstgeschichte avancierte. 

Nun – das sind nur Zahlen und Fakten. Auf der einen Seite die Akademiker mit historischem Anspruch und touristischem Kalkül, auf der anderen Seite die Superreichen mit dem Faible für Kulturaufrüstung. Diese Extreme können kaum belegen, geschweige denn erkennen lassen, warum Francis Bacon einen immer noch so umfassenden Einfluss auf viele  junge Künstler ausübt. War es sein obsessiver Lebensstil, geprägt vom Drahtseilakt zwischen monastischer Hingabe und ungezügeltem Hedonismus? War es sein Talent und seine Ausdauer, trotz der fehlenden akademischen Ausbildung, der vielen Rückschläge und der Sucht seiner wahren Leidenschaft pedantisch zu folgen? Oder war es seine Arbeitsweise im Umgang mit Inspiration und Ressourcen, die doch schon so viel Ähnlichkeit mit der überbordenden Bilderwelt unserer heutigen Zeit aufzeigte? 

Künstler/Artists: 

FinDac, Julian Kimmings, Michal Plata, Roman J. Mayer, Patryk Hardziej, George Morton-Clark, Stephen Tompkins, Peintre X, Rems182, Frank Hoppmann, Simon Prades, Christian Jäschke, Joseph Loughborough, Rayk Amelang, Vesod, Patrick Bremer, Ana Taut, Danny O’Connor, Tom French, Kinsey, Morik, Nogah Safer. 

Frank Hoppmann
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