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  • Frank Hoppmann-Ausstellung im Caricatura-Museum Frankfurt

    18.08.2017 – Frankfurt Live

    Politiker, Fliegen, Schweine. So könnte man knapp zusammenfassen, was die Ausstellung „Animalism“ zeigt (bis 3. Dezember 2017). Viel mehr von Frank Hoppmann zu sehen ist, dem Meister der Portraitzeichnung, im Caricatura-Museum Frankfurt, dem Museum für Komische Kunst. ***Zu den Konterfeis aus Politik gesellen sich weitere Personen des öffentlichen Lebens: Schauspieler, Musiker, Sportler, Philosophen – selbst der Tod hat seinen Platz. Skurrile dreidimensionale Objekte und Cartoons ergänzen die Portraitzeichnungen. Animalism steht für zwei konträre Vorgänge – die Vermenschlichung der Tiere sowie die „Vertierlichung“ der Menschen. Dies wirkt belustigend und verstörend zugleich.Nicht erst durch die Veröffentlichung einer seiner Trump-Karikaturen in der Los Angeles Times in diesem Jahr sind Frank Hoppmanns Zeichnungen international bekannt geworden. Bereits während seines Studiums veröffentlichte der 1975 geborene Zeichner erste Karikaturen in verschiedenen Zeitungen und wurde seit 2005 mit Preisen bedacht. 2008 konnte sich F.W. Bernstein bei einer Ausstellung in der Caricatura-Galerie in Kassel einen Künstler für das Nachwuchskabinett aussuchen – seine Wahl fiel ohne zu zögern auf Frank Hoppmann. Tomi Ungerer lernte ihn bei der Verleihung des e.o.plauen-Preises kennen und schätzen. Thérèse Willer, Direktorin des Ungerer-Museums in Straßburg, fällt ein ultimatives Urteil über Hoppmann: „Er ist der legitime Nachfolger von Tomi Ungerer.“Berühmt wurde er aufgrund seiner gnadenlosen Erbarmungslosigkeit in der Darstellung berühmter Personen aus Politik, Fernsehen, Musik und Sport. Dieser tiefgründige Blick, die Detailgenauigkeit sowie die Ausdrucksstärke seiner teils düster morbiden Portraits von Menschen und Tieren machen die Figuren selbstredend und deren Witz nachhaltig und zeitlos. Seine Werke wurden mit der Bezeichnung „Phantastischer Satirismus“ gewürdigt. Frank Hoppmanns Arbeitsweise ist dabei vielfältig: Er schafft Zeichnungen oder Aquarelle, mit Bleistift, Buntstift, Kohle, Tusche, Acryl oder Wasserfarben oder einer Kombination aller auf unterschiedlichen, teilweise aneinander geklebten Papieren, Leinwänden, Pappen oder Holzplatten.Geboren und aufgewachsen ist Frank Hoppmann im Emsland. Nach seinem Abitur zog es ihn nach Münster, wo er noch heute lebt und arbeitet, um an der FH Design mit Schwerpunkt Druckgrafik, Illustration und Zeichnung zu studieren. Neben dem Studium arbeitete er als Gerichtszeichner für große Fernsehsender, Zeitungen und Zeitschriften, sowie als Karikaturist für die Lokalpresse. Die Kunst war seine Berufung, allerdings reichte einfaches Zeichnen nicht aus; ihn faszinierte die humoristische gesellschaftskritische Malerei. Für seine Diplomarbeit „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ fertigte er 50 Portraits und rund 200 Skizzen betrunkener Frauen und Männer an und übte so harsche Kritik an der Gesellschaft. Seit seinem Studienabschluss arbeitet Hoppmann als freischaffender Künstler und zeichnet u.a. für „Die Welt“, die „Welt am Sonntag“, dem „Rolling Stone Magazin“ und für das Satiremagazin „Eulenspiegel“. Zahlreiche Zeitungen veröffentlichen seine Karikaturen, sowohl national, wie z.B. „Stern“, „Handelsblatt“, „Süddeutsche Zeitung“ oder „taz“ als auch international, wie die „Los Angeles Times“ und „The Atlantic Times“.Zur Ausstellung erscheint in der Caricatura Museum Edition der Band „Animalism“ von Frank Hoppmann.Verlag Antje Kunstmann GmbH, EUR 18,00, 112 Seiten, ISBN-10: 3956142225, ISBN-13: 978-3956142222

  • Kulturdrastische Politiker-Porträts – Solch dämonische Karikaturen haben Sie noch nie gesehen

    12.08.2017 – Welt am Sonntag

    Der Karikaturist Frank Hoppmann zeichnet Politiker so, wie sie sich garantiert nicht sehen wollen. Kim Jong-un wird zu Jabba the Hutt, Putin zum fiesen Schelm – und Erdogan sitzt ganz „unislamisch“ da.Den Anblick von Kim Jong-un hätten wir Ihnen an dieser Stelle gern erspart. Schlimm genug, dass diese Visage zurzeit die Nachrichten beherrscht. Aber selten war eine Karikatur so nah an der Wirklichkeit.Warum wir dann auch noch Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Wladimirowitsch Putin und Donald John Trump hier zeigen müssen, fragen Sie? Weil wir die Hoffnung haben, dass bei diesen drei Herren – realiter – zumindest noch etwas zu retten ist. Und weil deren von Frank Hoppmann karikierte Konterfeis verdeutlichen, warum das Genre der Karikatur so wichtig ist, gerade in politischen Lagen, die von Typen wie Kim, Trump, Putin und Erdogan dominiert werden. Denn Hoppmann schält mit seinen drastisch überzeichneten Porträts die Typen hinter den Politikern, aber auch hinter den Personen der Kulturgeschichte, die von ihm karikiert werden, heraus. Als Dämonologie der Charaktere kann man seine Bilder lesen, denen das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main derzeit (noch bis zum 3. Dezember) eine Ausstellung widmet.Denn der Dämon ist immer auch Ausdruck menschlicher Schwächen. So hat der Trierer Weihbischof und unrühmliche Hexereitheoretiker, Peter Binsfeld, schon im 16. Jahrhundert die Teufel der Bibel mit den sieben Todsünden gleichgesetzt. Luzifer sei demnach für den Hochmut verantwortlich, Satan für den Zorn und Beelzebub für die Maßlosigkeit, um nur mal die bekannteren unter den mythologischen Bösewichten zu nennen. Parallelen, die sich auch in Hoppmanns Arbeiten finden.Gernegroß: Das Bild von Donald Trump, den Hoppmann auch schon für die WELT AM SONNTAG gezeichnet hat, trieft vor EitelkeitEitles Großmannsgehabe erkennen wir als Wesensmerkmal im Porträt des amerikanischen Präsidenten, trotz schwammigen Halses und außer Kontrolle geratene Haarspraytolle: Bei Trump karikiert sich die Realität ja selbst zur Genüge. Subtiler ist der Fall von Sultan Erdogan, der sich ein rotes Eimerchen aufgesetzt hat, wie sein Vorgänger, der Osmanenherrscher Mahmud II. bei seiner Kleiderreform im frühen 19. Jahrhundert, den Fez. Er scheint gerade eine besonders große Wut herunterzuschlucken. Sie dürfte noch größer werden, wenn er feststellt, dass er so „unislamisch sitzt“ wie der französische Botschafter in der Türkei, den er für seine übereinander geschlagenen Beine gerügt hatte.Und Putin scheint gleich zu platzen, vor maßlos unbändigem Stolz auf sich selbst. Gierig schielen seine Äuglein – vielleicht aufs Baltikum? Konkrete Geschichten erzählt Hoppmann in diesen Bildern nicht. Seine Karikaturen sind Charakterstudien, mit einer Präsenz, die an altmeisterliche Porträts erinnern. Nur respektloser. Die deutsche Politiker- und Prominentenherrlichkeit kommt gleichfalls nicht ungeschoren davon, auch wenn deren dämonische Qualitäten nicht so ausgeprägt sein mögen. Angela Merkel schaut so siegessicher wie vom aktuellen Wahlplakat, nur dort hat sie die Gnade von Photoshop erfahren und nicht den Spott des Karikaturisten. Frank Hoppmann zeichnet Martin Schulz als überaus behaarten Nacktmull. Wolfgang Schäuble hat etwas von einem traurigen Ferengi.Und Frank-Walter Steinmeier hat sich während der noch kurzen Präsidentschaft bereits in Jabba the Hutt verwandelt. Nur der Musiker Blixa Bargeld sieht eigentlich aus wie in echt. 

  • Von Merkel bis Trump – ganz schön hässlich

    09.08.2017 – Stern

    Von Merkel bis Trump – ganz schön hässlich – Karikaturist Frank Hoppmann hat sich für seine Ausstellung „Animalism“ Politiker vorgenommen – und lässt in seinen Bildern das Tierische im Menschen sichtbar werden.Die AusstellungPolitiker, Fliegen und Schweine, all das kann man in der Ausstellung von Frank Hoppmann bewundern, wobei die Porträtzeichnung die Paradedisziplin von Frank Hoppmann ist. In seinen Zeichnungen wird das Tierische im Menschen sichtbar, seine Schweine und Fliegen spiegeln den Menschen. Dies wirkt in vielen Fällen belustigend, doch oft auch verstörend.Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Dezember 17. im Caricatura Museum in Frankfurt.Der KünstlerFrank Hoppmann wurde 1975 im Emsland geboren und wuchs in ländlicher Umgebung auf. In frühester Kindheit begann er, Bilder mit vorwiegend morbiden und grotesken Themen zu zeichnen. Nach dem Abitur im Jahr 1994 studierte er Design mit den Schwerpunkten Zeichnen, Illustration und Druckgrafik an der Fachhochschule Münster. Während des Studiums arbeitete er u.a. als Gerichtszeichner, Illustrator und politischer Karikaturist. 

  • Karikaturen-Ausstellung – Die Vertierlichung der Menschen

    02.08.2017 – FAZ

    Nicht nur Trump ist spitz gezeichnet: Das Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt zeigt Frank Hoppmanns Bilderkosmos voller Politiker, Schweine und Fliegen.02.08.2017, von CHRISTIAN RIETHMÜLLERPotus, einmal anders gesehenDer türkische Präsident Recep Erdogan würde vermutlich gerne alles und jeden an die Leine legen. Dann hätte er schließlich seine Ruhe, nicht nur vor unliebsamen Richtern und Journalisten, sondern auch vor Fliegen. So sieht es jedenfalls der Zeichner Frank Hoppmann, der auf einer im vergangenen Jahr entstandenen Tuschearbeit einen sitzenden und grinsenden Präsidenten zeigt, der einen Bindfaden in der Hand hält, an dessen Ende eine Fliege gefangen ist. Neben seinen Lieblingsmotiven, Politiker und Fliegen, zeigt Hoppmann hier auch seine Leidenschaft fürs Abgründige, die im besonderen Fall der gefesselten Fliege allerdings auf eine wahre Begebenheit zurückgeht, wie der Künstler gestern in Frankfurt verriet. Im Jahr 1975 im Emsland geboren und dort in ländlicher Umgebung aufgewachsen, hatte er auf dem Schulweg einen Bekannten beobachtet, der tatsächlich eine gefangene Fliege an einem Faden zappeln ließ.So recht aus dem Leben gegriffen ist dieses Detail, wie sich Hoppmann überhaupt von den kleinen Gemeinheiten des Alltags inspirieren lässt. Sein zeichnerisches Talent entwickelte er am Gymnasium in Lingen beim Karikieren gehässiger Lehrer und das Thema seiner Diplomarbeit nach dem Design-Studium an der Fachhochschule Münster kam ihm nach durchzechter Nacht und dem Blick in den Spiegel, was sich in dem herrlichen Titel „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ niederschlug. Und die Fliegen? Die Wahl dieses Sujets hat mit einem Stipendium zu tun. 2007 erhielt Hoppmann das Künstlerstipendium der Emsländer Landschaften, verbunden mit einem mehrmonatigen Aufenthalt auf einem Jagdschloss. Im dortigen Arbeitszimmer wimmelte es von Insekten, und der Zeichner hatte sofort lebendes Material für detaillierte Studien und totes Material für entsprechende Schlachtengemälde.Ähnelt Schäuble einer Fledermaus?Eine Auswahl dieser Arbeiten ist nun im Caricatura Museum für Komische Kunst in Frankfurt zu sehen. Unter dem Titel „Animalism“ führt sie in den Kosmos des Frank Hoppmann ein, der außer Politikern (sowie andere bekannte Menschen) und Fliegen eine dritte Motivgruppe vorstellt: Schweine. Auch hier ist die Herkunft des Künstlers ursächlich, gibt es doch im Emsland große Schweinemastbetriebe. Gleichwohl spielt Hoppmann mit dem Titel der Schau, die rund 250 Arbeiten zeigt, auf mehr als nur die Hauptdarsteller in seinem künstlerischen Kosmos an. Wer bei der Dreifaltigkeit Politiker, Schweine, Fliegen an George Orwells Satire „Die Farm der Tiere“ denkt, liegt so falsch nicht, wobei es Hoppmann bei all den Analogien und Übereinstimmungen um die Assoziation geht, nicht um das gezielte Herausarbeiten von Parallelen. So zeigt er vor allem in seinen Politikerporträts die Vertierlichung der Menschen, doch welches Tier der Betrachter in den Zeichnungen und Gemälden ausmacht, bleibt Ansichtssache.Ähnelt Wolfgang Schäuble einer Fledermaus oder doch eher dem Gollum aus den „Herr der Ringe“-Filmen? Gleicht Erdogan einem Pekinesen? Und Donald Trump einem Fisch? Einer Flunder oder einer Scholle vielleicht? Oder doch einer Figur aus einem Fantasy-Film? Wie auch immer, die „Los Angeles Times“ wählte jedenfalls Hoppmanns Trump-Porträt Ende Dezember vergangenen Jahres zur Illustration ihrer Meinungsseite aus, was dem Zeichner internationale Aufmerksamkeit bescherte, selbst wenn als Urheber „Frank Hoffmann“ unter dem Bild stand.Unverfrorener StrichDeutsche Medien hingegen hatten die Illustration nicht aufgegriffen, obwohl Hoppmann für viele Zeitungen und Magazine tätig ist. Er veröffentlicht etwa in der „Welt am Sonntag“, im „Manager Magazin“, im „Rolling Stone“ und seit nunmehr zwanzig Jahren im Satiremagazin „Eulenspiegel“, wo er regelmäßig für die Reihe „Unsere Besten“ tätig ist. Diese unterschiedlichen Auftraggeber spiegeln sich in den verschiedenen Prominentengruppen, die Hoppmann porträtiert.MehrNeben Politikern gilt sein unverfrorener Strich auch Musikern wie Herbert Grönemeyer, Xavier Naidoo, Tom Waits, Nick Cave, Elvis Presley und Johnny Cash, Schauspielern wie Jack Nicholson und Til Schweiger, Sportlern wie Fußballer Franck Ribery oder Bundestrainer Joachim Löw, Philosophen wie Hegel und Marx und natürlich den großen Meistern der Neuen Frankfurter Schule wie F.W. Bernstein und Robert Gernhardt, die bedeutsam für den langhaarigen Künstler waren, der nach Meinung von Thérèse Willer, Direktorin des Ungerer-Museums, „der legitime Nachfolger von Toni Ungerer“ ist. Ein Faible für Frösche teilen ja beide.

  • Groteske Politiker-Porträts – Caricatura-Museum zeigt Werke von Frank Hoppmann

    02.08.2017 – Neue Osnabrücker Zeitung

    Frankfurt. Wenig schmeichelhafte Porträts von Politikern und Zeichnungen von Fliegen und Schweinen des emsländischen Karikaturisten Frank Hoppmann präsentiert das Frankfurter Caricatura-Museum in einer neuen Ausstellung.Bedankt hat sich bisher niemand, beschwert aber auch nicht bei Frank Hoppmann, dem Urheber der Porträts. Dabei werden bei ihm selbst schlanke Menschen zu aufgeblasenen Typen mit rotviolett schillernder Haut, die den nahen Kollaps ankündigt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ein riesiges Schwabbelkinn. Ganz zu schweigen von nicht ganz so schmal gebauten Zeitgenossen wie Angela Merkel oder dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un.Gut kommen sie alle nicht weg bei Frank Hoppmann, dem Karikaturisten aus dem Emsland, der seit langer Zeit in Münster lebt. Der 42-Jährige charakterisiert die Promis aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport alles andere als schmeichelhaft, aber treffend. Einfach genial, der Ober-Choleriker Recep Tayyip Erdogan mit dickem Schmollmund, der jetzt im Frankfurter Caricatura-Museum neben 274 anderen Werken zu sehen ist. Hier trifft er auf Gegner wie Merkel oder den Satiriker Jan Böhmermann.Alle Porträtierten haben einen viel zu großen Kopf auf einem viel zu kleinen Körper. Auch dem nur aus den Augenwinkeln lugenden Donald Trump ergeht es nicht anders; die Hände sind schmal und feingliedrig wie die einer Madonna, als hätte der Politiker nie schwer gearbeitet. Dieses im Dezember in der „Los Angeles Times“ erschienene Porträt wurde mit einem wichtigen amerikanischen Preis gewürdigt.Darüber kann Wladimir Putin nur diabolisch grinsen, während SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im grünen Hawaiihemd vor sich hin feixt. Kurzum: Hoppmanns kühne Stricheleien sind mehr als nur persönliche Sticheleien. Gelernt hat er sein Metier beim Designstudium in Münster, verfeinert hat er sein Können als Gerichtszeichner für Zeitungen und Fernsehanstalten.Frank Hoppmann gilt unter Kennern als „legitimer Nachfolger von Tomi Ungerer“, des mittlerweile 85-jährigen französischen Illustrators und Autors. Auch F. W. Bernstein, der Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“, lobt Hoppmann als „besten Porträtzeichner europaweit“. Ohnehin verblüfft er mit einem ständigen Wechsel seiner Techniken. Mal zeichnet er mit Blei- und Buntstift, Kohle oder Tusche, mal koloriert er mit Wasserfarben oder Acryl. Als Material dienen Papier, Holz, Pappe oder aneinandergeklebte Zettel. Wenn es das Motiv erfordert, wird einfach angeklebt, denn Hoppmann will „kein DIN-A2-Maler sein“, sprich: Er will seine Freiheit bewahren.Zuweilen erlauben seine „Charakterköpfe“ auch Vergleiche mit der Tierwelt. Angela Merkel etwa könnte fast als Nachteule durchgehen. Und Erdogan, so Martin Sonntag im Katalog, erinnert an einen Pekinesen, Trump an eine Flunder. Eben verzerrt und überzeichnet, aber durchaus naheliegend.Tatsächlich hat Hoppmann ein Faible für Tiere, wie der Ausstellungstitel „Animalism“ verrät. Folglich geht es um „die Vermenschlichung der Tiere und die Vertierung der Menschen“, so Museumschef Achim Frenz. Vor allem die intelligenten Schweine haben es dem Künstler angetan. Hoppmann zeichnet sie mit Anzug, Krawatte und Zigarre, aber auch in Tiergestalt mit roten Pumps oder gar als „Geile Sau“.„Wo Schweine sind, sind auch Fliegen“, bemerkt Hoppmann in seiner trockenen Art. Doch das Zeichnen von Fliegen ist „fast eine Therapie nach der Arbeit an einem Porträt“. Dann studiert er, ähnlich akribisch, Fliegen unter der Lupe oder zwischen den Fingern. Ein weiteres Blatt zeigt nur zwei Fliegenpatschen an der Wand, versehen mit dem Titel „An den Nagel, the war is over“. Die Schlacht ist geschlagen, bis zum nächsten Tag.  02.08.2017 – Frankfurter Neue PresseZeichnungen von Frank Hoppmann im Frankfurter Caricatura-MuseumSo tierisch sind die PromisVON CHRISTIAN HUTHERDer Münsteraner Karikaturist Frank Hoppmann ist viel zu wenig bekannt. Dabei ist er der beste Porträtist in Europa, der sich auch der Tierwelt widmet.. . . während Donald Trump wie ein Äffchen oder eine Flunder wirkt. Der Fantasie des Betrachters sind keine Grenzen gesetzt. So auch bei . . .Bedankt hat sich bisher niemand, beschwert aber auch nicht bei Frank Hoppmann, dem Urheber dieser Porträts. Dabei werden bei ihm selbst schlanke Menschen zu aufgeplusterten Kopftypen mit rotviolett schillernder Haut, die den nahen Herzinfarkt ankündigt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat solch ein gigantisches Schwabbelkinn, das offensichtlich nur aus Fleischwurst besteht. Ganz zu schweigen von nicht ganz so schmal gebauten Zeitgenossen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un.SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz feixt im grünen Hawaiihemd vor sich hin und erinnert an eine Kröte. Abbildungen: Frank HoppmannGut kommen sie alle nicht weg bei Frank Hoppmann, dem Karikaturisten aus dem Emsland, der im westfälischen Münster lebt. Der 42-Jährige charakterisiert die Promis aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport alles andere als schmeichelhaft, aber treffend. Einfach genial, der Ober-Choleriker Erdogan mit dickem Schmollmund, der jetzt im Frankfurter Caricatura-Museum neben 274 anderen Werken vom morgigen Donnerstag an bis 3. Dezember zu sehen ist. Hier trifft er auf Gegner wie Merkel oder den Satiriker Jan Böhmermann, dem eine dicke Nase gewachsen ist. . . . Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Hoppmann einen wenig schmeichelhaften Schweinenacken zum Eulen-Gesicht verpasst.Alle Porträtierten haben einen viel zu großen Kopf auf einem viel zu kleinen Körper. Auch dem nur aus den Augenwinkeln lugenden Donald Trump ergeht es nicht anders; die Hände sind schmal und feingliedrig wie die einer Madonna, als hätte der Politiker nie schwer gearbeitet. Dieses im Dezember in der „Los Angeles Times“ erschienene Porträt wurde kürzlich mit einem angesehenen amerikanischen Preis gewürdigt.Kühne StricheleienDarüber kann Wladimir Putin nur diabolisch grinsen, während SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im grünen Hawaiihemd vor sich hin feixt. Kurzum: Der Hoppmann traut sich was mit seinen kühnen Stricheleien, die durchaus als persönliche Sticheleien zu verstehen sind. Gelernt hat er sein Metier beim Designstudium in Münster, verfeinert hat er sein Können als Gerichtszeichner für Zeitungen und Fernsehanstalten. Seine Diplomarbeit trug den Titel „Spirituosenliebhaberei hat viele Gesichter“ – einige der 250 Zugedröhnten sind jetzt zu sehen. Frank Hoppmann gilt unter Kennern als „legitimer Nachfolger von Tomi Ungerer“, des mittlerweile 85-jährigen französischen Illustrators und Autors. Auch F. W. Bernstein, einer der Großmeister der komischen Kunst und Mitbegründer der „Neuen Frankfurter Schule“, ist von Hoppmanns pointiertem Strich überzeugt und lobt ihn als „besten Porträtzeichner europaweit“. Der wiederum bedankt sich mit wunderbaren Tusche-Porträts von Bernstein und dem Frankfurt-Trupp um Gernhardt, Traxler, Poth und Waechter. Karikaturist Frank Hoppmann verleiht den Politikern gerne ein tierisches Antlitz: Der türkische Präsident Erdogan schmollt mit Hundegesicht . . .Ohnehin verblüfft Hoppmann mit einem ständigen Wechsel seiner Techniken. Mal zeichnet er mit Blei- und Buntstift, Kohle oder Tusche, mal koloriert er mit Wasserfarben oder Acryl, scheinbar nach Lust und Laune. Sogar beim Material kennt er keine Hemmungen; neben Papier verwendet er auch Holz, Pappe oder aneinandergeklebte Zettel. Wenn es das Motiv erfordert, wird einfach angeklebt, denn Hoppmann will „kein DIN-A2-Maler sein“, sprich: Er will seine Freiheiten bewahren.So wirkt alles etwas provisorisch, fast beiläufig entstanden. Dennoch wurden die Porträts des feinfühligen Beobachters schon mit Gebirgslandschaften verglichen, angefangen bei der runzligen Denkerstirn bis hin zum feisten Doppelkinn. Zuweilen erlauben seine „Charakterköpfe“ auch Vergleiche mit der Tierwelt.Angela Merkel etwa könnte fast als Nachteule durchgehen. Und Erdogan, so Martin Sonntag im Katalog, erinnert an einen Pekinesen, Trump an eine Flunder. Eben verzerrt und überzeichnet, aber durchaus naheliegend. Tatsächlich hat Hoppmann eine gewisse Schwäche für Tiere, wie der Ausstellungstitel „Animalism“ verrät. Folglich geht es ihm um „die Vermenschlichung der Tiere und die Vertierung der Menschen“, so Museumschef Achim Frenz. Vor allem die (bekanntlich intelligenten) Schweine haben es dem Künstler angetan. Die zeichnet er gern mit Anzug, Krawatte und Zigarre; er lässt sie freilich auch hüllenlos mit schicken roten Pumps oder gar als „Geile Sau“ auftreten.Wie eine Therapie„Wo Schweine sind, da sind aber auch Fliegen“, bemerkt Hoppmann in seiner typisch trockenen Art. Doch das Zeichnen von Fliegen ist „fast so etwas wie eine Therapie nach der intensiven Arbeit an einem Porträt“. Dann studiert er, ähnlich akribisch, Fliegen unter der Lupe oder zwischen den Fingern. Ein weiteres Blatt zeigt nur zwei Fliegenpatschen an der Wand, versehen mit dem Titel „An den Nagel, the war is over“. Die Schlacht mit den Fliegen ist entschieden, bis zum nächsten Tag. 

  • Preisgekrönter Karikaturist plaudert aus dem Nähkästchen

    27.05.2017 – Freie Presse, Plauen

    Der Zeichner, Illustrator und Plauener Förderpreisträger Frank Hoppmann aus Münster stellt derzeit einige seiner Arbeiten für ein Kinderbuch im Erich-Ohser-Haus aus. Jetzt hat er interessante Einblicke in sein Schaffen gewährt.Von Peter Albrechterschienen am 27.05.2017Plauen. Vor zwölf Jahren hat Frank Hoppmann den e.o.plauen-Förderpreis bekommen. Förderung hat er nicht mehr nötig. Zu diesem Schluss kann man jedenfalls kommen, wenn man die Namen einiger seiner Auftraggeber hört und die Liste seiner Auszeichnungen liest. Sein Wikipedia-Eintrag ist mit einem Dutzend Auszeichnungen im In- und Ausland geschmückt. Der 42-Jährige gilt als ein gefragter Künstler, und zwar ebenfalls im In- und Ausland. Im Erich-Ohser-Haus sind noch bis zum 10. September einige seiner Arbeiten zum Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs – Die Reise zur Blumenparade“ zu sehen. Dort sprach er jetzt auch mit Detlef Narloch vom Vorstand der e.o.plauen-Gesellschaft über sein Schaffen. Die Zuhörer konnten dabei interessante Einzelheiten aus dem Leben des Karikaturisten erfahren.Die Bundesarbeitsministerin der SPD, Andrea Nahles, der Popsänger Robbie Williams, die Popsängerin Amy Winehouse, das in München vor Gericht stehende NSU-Mitglied Beate Zschäpe, US-Präsident Donald Trump und viele andere sind von Hoppmann bereits auf spöttische Art und Weise gezeichnet worden. „Robbie Williams und Amy Winehouse habe ich für das Rolling Stone Magazin gezeichnet“, berichtete der Gast. Es sei eine gute Zusammenarbeit über zehn Jahre hinweg mit der Zeitschrift gewesen. Andrea Nahles entstand für den Eulenspiegel.„Ich bin Nachtarbeiter“, gewährte der Künstler einen Einblick in seine Gewohnheiten. Sein Atelier befindet sich in einem Gebäudetrakt, in dem neben anderen Künstlerwerkstätten auch Clubs und eine Disco untergebracht sind. „Manchmal nerven die Clubs nachts“, berichtete Frank Hoppmann von gelegentlich störender Geräuschkulisse. Die Vorlagen für seine Karikaturen holt er sich unter anderem aus dem Internet. „Selbst wenn ich Andrea Nahles einladen würde, sie würde wohl nicht als Modell zu mir kommen“, erklärte der Zeichner, warum er beim Zeichnen oftmals auf Fotografien zurückgreift. Auch das Abbild von US-Präsident Donald Trump kam auf diese Weise zustande. Hoppmann verkaufte diese Arbeit an die Zeitung Los Angeles Times, die damit sogar einen Preis gewonnen habe.Wenn man einen Blick auf die Gesichter von Nahles, Trump oder Williams wirft, wird schnell klar, dass der Mann aus Münster die Berühmtheiten nicht originalgetreu nachzeichnet. „Die Physiognomie ist ja komplett anders“, sagte er im Gespräch mit Narloch. „Es geht darum, dass man es nachfühlt“, erklärte er seine Vorgehensweise für das Bild von Schauspieler Matthias Schweighöfer, das auf dem Eulenspiegel zu sehen gewesen ist.Frank Hoppmann arbeitet übrigens auch für die Welt am Sonntag und hat auch in der Berliner Illustrierten Zeitung veröffentlichen können. Da schließt sich der Kreis zum Erich-Ohser-Haus. Denn auch der Plauener, dessen Namen die Galerie trägt und dessen Kunst dort im Mittelpunkt steht, ist als e.o.plauen für dieses Blatt tätig gewesen.Frank Hoppmann (links) signierte bei seinem Besuch in Plauen das Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs – Die Reise zur Blumenparade“, das Zeichnungen von ihm enthält. Foto: Ellen Liebner

  • Frank Hoppmann zeigt im Theater „Phantastischen Satirismus“

    Mo., 30.01.2017 – Westfälische Nachrichten

    Scharfer Blick – gerümpfte Nase

    Ausstellung und Katalog geben einen guten Überblick, mit welcher Schärfe und Präzision Frank Hoppmann unter anderem die politische Prominenz satirisch aufs Papier bringt – Donald Trump und Angela Merkel zum Beispiel. Foto: Gerhard H. KockMünster – Böswillig ist es noch nicht. Aber kurz davor.Von Gerhard H. KockBöswillig ist es noch nicht. Aber kurz davor. Frank Hoppmann packt zu, wenn er sich Prominenz für seine Por­träts vorknöpft, spitzt seine Karikaturen aufs Äußerste zu, lotet ästhetische Grenzen aus, wie es Künstler zu tun pflegen. Hoppmanns Stil ist in Aufwand und Qualität derart einzigartig, dass der Begriff Karikatur im Grunde zu kurz greift. Hoppmanns Werk ist „Phantastischer Satirismus “.Ob das kreischend schrille Lachen der Claudia Benedikta Roth oder die verblüffend variantenreiche Mimik der Angela Dorothea Merkel – in der Ausstellung „Physica Curiosa“ blickt Hoppmann analytisch tief in die Psyche und fördert mit Wucht und Verve Charakter-Momente der Person zu Tage.Sein Donald Trump hat es sogar auf die „Los Angeles Times“ geschafft: ein schnippisch feister Gockel, die personifizierte arrogante Selbstüberschätzung, ein Narziss wie er im Buche steht. Hoppmanns Porträt des neuen US-Präsidenten legt sich nicht karikaturesk auf eine Facette fest, die überzeichnet wird. Hoppmann legt ein Panoptikum an Seltsamkeiten dieses Mannes frei.Neben Menschenporträts (Dylan, Kafka, Kinski oder Poe) sind Schweine und besonders markante Insekten zu sehen – vor allem Fliegen. In seinen freien, gelegentlich düster morbiden Arbeiten spielt das Fantastische stets ins Furchterheischende, da wirkt ein eingearbeitetes Zähne-Foto wie „Saurons Mund“ aus dem „ Herr der Ringe “.Hoppmann (1975 in Lingen/Ems geboren) arbeitet als Hauszeichner für „Die Welt“, „Welt am Sonntag“, ist ständiger Mitarbeiter des Rolling-Stone-Magazins, des Manager-Magazins und des Satiremagazins „Eulenspiegel“. 2009 erhält der Münsteraner den Deutschen Cartoonpreis, 2012 wird er mit einem Band in der Reihe „Meister der komischen Kunst“ geehrt. F.W. Bernstein nennt ihn den „besten Porträtkarikaturisten“ europaweit.

Frank Hoppmann
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