Mo., 30.01.2017 – Westfälische Nachrichten
Scharfer Blick – gerümpfte Nase
Ausstellung und Katalog geben einen guten Überblick, mit welcher Schärfe und Präzision Frank Hoppmann unter anderem die politische Prominenz satirisch aufs Papier bringt – Donald Trump und Angela Merkel zum Beispiel. Foto: Gerhard H. KockMünster – Böswillig ist es noch nicht. Aber kurz davor.Von Gerhard H. KockBöswillig ist es noch nicht. Aber kurz davor. Frank Hoppmann packt zu, wenn er sich Prominenz für seine Porträts vorknöpft, spitzt seine Karikaturen aufs Äußerste zu, lotet ästhetische Grenzen aus, wie es Künstler zu tun pflegen. Hoppmanns Stil ist in Aufwand und Qualität derart einzigartig, dass der Begriff Karikatur im Grunde zu kurz greift. Hoppmanns Werk ist „Phantastischer Satirismus “.Ob das kreischend schrille Lachen der Claudia Benedikta Roth oder die verblüffend variantenreiche Mimik der Angela Dorothea Merkel – in der Ausstellung „Physica Curiosa“ blickt Hoppmann analytisch tief in die Psyche und fördert mit Wucht und Verve Charakter-Momente der Person zu Tage.Sein Donald Trump hat es sogar auf die „Los Angeles Times“ geschafft: ein schnippisch feister Gockel, die personifizierte arrogante Selbstüberschätzung, ein Narziss wie er im Buche steht. Hoppmanns Porträt des neuen US-Präsidenten legt sich nicht karikaturesk auf eine Facette fest, die überzeichnet wird. Hoppmann legt ein Panoptikum an Seltsamkeiten dieses Mannes frei.Neben Menschenporträts (Dylan, Kafka, Kinski oder Poe) sind Schweine und besonders markante Insekten zu sehen – vor allem Fliegen. In seinen freien, gelegentlich düster morbiden Arbeiten spielt das Fantastische stets ins Furchterheischende, da wirkt ein eingearbeitetes Zähne-Foto wie „Saurons Mund“ aus dem „ Herr der Ringe “.Hoppmann (1975 in Lingen/Ems geboren) arbeitet als Hauszeichner für „Die Welt“, „Welt am Sonntag“, ist ständiger Mitarbeiter des Rolling-Stone-Magazins, des Manager-Magazins und des Satiremagazins „Eulenspiegel“. 2009 erhält der Münsteraner den Deutschen Cartoonpreis, 2012 wird er mit einem Band in der Reihe „Meister der komischen Kunst“ geehrt. F.W. Bernstein nennt ihn den „besten Porträtkarikaturisten“ europaweit.